Aktuelle Neuigkeiten rund um Kronach und die CAC
Kronachs historische Szene lebt
Mit Crana Historica ist den Veranstaltern ein ganz großer Wurf gelungen, titelte die Neue Presse nach dem diesjährigen Festival. In der Tat haben sich noch mehr Kronacher aktiv beteiligt und auch die CAC hat personellen Zuwachs erfahren. Die Festung und die Altstadt Kronachs bieten ein ideales Ambiente für Veranstaltungen dieser Art. Nachdem die Kronacher Festung im städtischen Besitz ist, sind die Wege kurz und unbürokratisch. So konnten die Wallmauern noch kurz vor dem Festival gesichert werden. Während des Festivals haben ich für etliche Gruppen neue Kontakte ergeben. Drachenmond spielt nun in Hermannstadt und in Ungarn auf. Neue Freundschaften sind entstanden. Die Rytterschaft, die Bräuknechte und viele andere mehr sind nun auch in einer Art europäischem Netzwerk vertreten. Dies alles kommt nicht zuletzt auch Kronach und der gesamen Region zugute.

Kronach ist Dank der vielfältigen Aktivitäten zu einem festen Begriff in der Szene geworden. Mit neuen Ideen und gebündelter Kraft wollen wir auch in Zukunft Akzente setzen. Auch das historische Stadtspektakel wird davon profitieren.
Die CAC in Hermannstadt/Sibiu (Rumänien)
Das 9. Mittelalterfestival in Hermannstadt fand erstmals mit bundesdeutscher Beteiligung statt. Anläßlich des Cetati Transilvane waren die Cronacher Ausschüsser in Hermannstadt, dem heutigen Sibiu in Rumänien zu Gast.

Auf Einladung des dortigen Kulturhauses und durch Vermittlung des deutschen Konsuls Olaf Reif nahmen die Kronacher Frauen und Männer die 1400 Kilometer lange Anreise auf sich. An allen drei Festivaltagen boten die Kronacher Truppen ein buntes Spektakel aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, welches von den tausenden Besuchern sehr dankbar und mit Begeisterung aufgenommen wurde.

Nach dem Aufbau des Lagers unmittelbar an der mittelalterlichen Stadtmauer im Park der Jugend (Parcul Tinerctulul) wurde das Festival mit einem farbenfrohen Festzug aller teilnehmenden Gruppen am Freitag durch den Herrmannstädter Bürgermeister Klaus Johannis und der rumänischen Prinzessin Brianna Caradja feierlich eröffnet. Dabei durften die Kronacher auf der Hauptbühne am Großen Ring (Piata Mare) einen Ehrensalut aus ihren Musketen abfeuern.

Auch an den beiden Folgetagen präsentierten sich die Ausschüsser mit einem spektakulären Programm. Auch als Interviewpartner waren die Kronacher immer wieder gefragt. Presse, Rundfunk und Fernsehen zeigten allergrößtes Interesse an den Aufführungen und dem Lager der Ausschüsser. Das in Siebenbürgen immer noch deutsches Kulturgut sehr gefragt ist, zeigte sich in den vielen Gesprächen mit Einheimischen. Nach der großen Ausreisewelle Anfang der 90er Jahre ist in Hermannstadt nur noch ein Bevölkerungsanteil von etwa 1,8 Prozent deutschstämmig. Dennoch gibt es deutschsprachige Tageszeitungen, Radio- und Fernsehsender. Auch deutsche Schulen und eine deutschsprachige Universität sind vorhanden.



Die ersten deutschen Siedler in Rumänien erreichten die Gegend um Hermannstadt im Jahre 1143. Gegen die Bedrohung durch die Türken errichteten die Siedler drei Mauerringe mit Dutzenden von Türmen und Toren. Noch heute sind einige dieser Bauwerke erhalten.



Hermannstadt war das politische Zentrum der Siebenbürger Sachsen. Nach dem ersten Weltkrieg kam das damals noch hauptsächlich von Deutschen bewohnte Hermannstadt, das vorher lange Zeit ungarisch bzw. österreichisch gewesen war, durch den Vertrag von Trianon 1920 zu Rumänien. Heute ist die Stadt offiziell zweisprachig; rumänisch und deutsch. Eingebettet in eine herrliche Landschaft mit Sicht auf die Gipfel der Karpaten ist Hermannstadt heute auch ein wichtiges touristisches Ziel und Standort internationaler Konzerne.

Auch wenn das Lohnniveau in Rumänien, verglichen mit deutschen Verhältnissen, sehr gering ist spürten die Kronacher Gäste die großzügige rumänische Gastfreundschaft. Während die Kronacher Truppen ihr eigens mitgeführtes Schmäußbräu zur Verkostung anboten konnten sie sich an den rumänischen Spezialitäten erfreuen.



Trotz anfänglicher Vorbehalte schmeckten die Ciorba de Pui (Suppe mit Huhn) und Sarmale (Kohlrouladen mit Reis-/Hackfleischfüllung). Nach dem Essen wurde den Kronacher Truppen auch gerne ein Glas mit Tuica (Pflaumenschnaps) gereicht. So ließen sich viele neue Kontakte und Freundschaften knüpfen. Der Abschied aus Hermannstadt fiel vielen schwer und auch die Gastgeber hatten Tränen in den Augen.


Bereits jetzt sind die Kronacher Ausschüsser schon wieder fest für Cetati Transilvane 2010 eingeladen. Einige rumänische Gruppen werden dafür das Crana Historica Festival zu Pfingsten 2010 auf der Festung Rosenberg bereichern. Mit ihrer Reise ins ferne Transilvanien konnten die Ausschüsser abermals ihre Heimat als Botschafter ihrer Heimat in einem zusammenwachsenden Europa repräsentieren. Seit der Gründung der Ausschuß Compganie im Jahre 2001 sind nun Kontakte nach Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Frankreich, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden entstanden.
Während unserer Reise haben wir mehr als 2.800 Kilometer unfallfrei zurückgelegt. Die Anreise erfolgte mit einem bequemen dreiachsigen Reisebus der Firma Omnibus Röttgen aus Stadtsteinach. Die Fahrer Oliver und Heinrich, letzterer ist in Siebenbürgen aufgewachsen und fungierte gleichzeitig als versierter Reiseleiter, brachten uns sicher hin und wieder zurück. Ein gesamtes Feldlager mit Bewaffnung und Marketenderei zu verstauen ist eine Herausforderung. Stephan fuhr noch zusätzlich mit seinem Kleintransporter, während Walter und Gisi mit dem Flugzeug anreisten.


Crana Historica und Stadtspektakel
Das historische Stadtspektakel fand dieses Jahr bereits zum 14. Male statt und wird auch in Zukunft seinen festen Platz im Kronacher Veranstaltungsreigen haben. Zusammen mit allen Beteiligten, der Stadt Kronach und dem Historischen Verein Kronach e.V. wurde beschlossen das historische Stadtspektakel nun im Zweijahresrythmus durchzuführen.
In den geraden Jahren findet auf der Kronacher Festung Rosenberg das Crana Historica Festival statt. Jeweils am Pfingstwochenende, ausgerichtet vom Historischer Verein Kronach e.V., wird dieses Festival die ehrwürdigen Mauern der Festung mit buntem Leben erfüllen. Die Vorbereitungen für ein Remake der überaus erfolgreichen Erstveranstaltung 2008 laufen bereits auf Hochtouren.
In den ungeraden Jahren findet dann das historische Stadtspektakel jeweils am letzten Juniwochende in der oberen Stadt statt. Seit dem Bestehen unserer Gruppierung haben wir dieses Fest jedes Jahr begleitet. In eindrucksvoller Weise haben wir, zusammen mit weiteren Gruppen, zwei Mal den Schwedensturm von 1634 am Originaschauplatz nachgestellt. Ob eine Neuauflage möglich ist wird sich noch zeigen.
In Zeiten der überaus schwierigen Finanzlage öffentlicher Kassen müssen zwangsläufig Mittel für die Förderung von Vereinen eingespart werden. Wir selbst haben bislang keinerlei städtische Mittel in Anspruch genommen. Wir finanzierten unsere Aktivitäten rein privat und mittels von Sponsoren bzw. aus Mitteln die wir bei auswärtigen Auftritten bekamen. Darüber hinaus haben wir stets darauf verzichtet im Rahmen des Stadtspektakels Gewinne aus dem Verkauf von Speisen und Getränken zu erzielen.
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn sich weitere Vereine und Gruppen für das historische Stadtspektakel begeistern. Ein Allheilmittel für die Sanierung von Vereinskassen soll dieses Fest jedoch keinesfalls werden. Irgendwann ist auch im Wortsinne ein gewisser Sättigungsgrad erreicht. Es ist einfach nicht damit getan den reinen Kommerz in den Vordergrund dieser Aktivitäten zu stellen. Was wir auch in Zukunft brauchen ist eine hohe Qualität von Darstellung der einzelnen Gruppen und interaktive Angebote die über den bloßen Verzehr und Konsum hinausgehen.
Wir als CAC sind mittlerweile europaweit in einem sehr engmaschigen Netzwerk verschiedenster Gruppen, Fieranten und Künstler engagiert. Es herrscht hier eine Kultur des gegenseitigen Gebens und Nehmens. So gelingt es auch überregionales Publikum für einzelne Events zu begeistern und damit aktives Standortmarketing zu betreiben.
Gerade in Kronach sollte so ein Netzwerk auch festen Fuß fassen. Erste Ansätze sind bereits erkennbar.
Jürgen Jakob
Lieutenant der CAC und Vizepräsident des HVK e.V.